
Pay to Win: Monetarisierung von Videospielen
Definition
Was ist Pay-to-Win?
Pay-to-Win (zu Deutsch "Bezahlen um zu gewinnen") beschreibt ein Modell in Videospielen, bei dem Spieler sich durch Echtgeldzahlungen einen signifikanten Vorteil gegenüber anderen Spielern verschaffen können, die kein Geld ausgeben.

Gaming-Industrie-Boss (D)
Pay-to-Win (zu Deutsch "Bezahlen um zu gewinnen") beschreibt ein Modell in Videospielen, bei dem Spieler sich durch Echtgeldzahlungen einen signifikanten Vorteil gegenüber anderen Spielern verschaffen können, die kein Geld ausgeben.
Typische Merkmale von Pay-to-Win-Spielen:
- Vorteile durch Echtgeldkäufe: Du kannst stärkere Waffen, bessere Ausrüstung oder wichtige Ressourcen direkt mit Geld kaufen.
- Langwieriges Spiel ohne Echtgeld: Ohne Geld musst du mühsam grinden, um im Spiel voranzukommen.
- Essentielle Spielinhalte hinter Bezahlschranken: Wichtige Elemente, die eigentlich zum Kern des Spiels gehören, können nur durch Echtgeld freigeschaltet werden.
Pay-to-Win ist nicht gleichzusetzen mit Mikrotransaktionen:
Viele Spiele bieten optional In-App-Käufe an, mit denen du beispielsweise kosmetische Gegenstände für deinen Charakter erwerben kannst. Solche Mikrotransaktionen sind in der Regel kein Pay-to-Win, da sie keinen Einfluss auf die Spielbalance haben.
Kritik
Kritik an Pay-to-Win von der Community
Die Community der Gamer sieht Pay-to-Win (PtW) absolut nicht gerne und äußert heftige Kritik an diesem Modell. Hier die Hauptkritikpunkte:

Angry Gamer: AI Art
Unfairer Wettbewerbsvorteil: Spieler, die Geld investieren, bekommen Vorteile, die sich kostenlos spielende Nutzer nicht erspielen können. Das zerstört die Fairness im Spiel und frustriert die Spieler, die kein Geld ausgeben wollen oder können.
"Paywall" für Spielinhalte: Wichtige Inhalte, die eigentlich zum Spiel gehören sollten, werden hinter Bezahlschranken versteckt. Spieler fühlen sich dadurch abgezockt, da sie für ein eigentlich vollständiges Spielerlebnis nochmal zusätzlich zahlen müssen.
Aussterbendes Spielervergnügen: Wenn der Sieg nur noch vom Geldbeutel abhängt, geht der Fokus weg vom eigentlichen Spielspaß und der Herausforderung. Das führt oft dazu, dass Spieler die Lust verlieren und das Spiel verlassen.
P2W zerstört die Spielbalance: Ein ausgewogenes Gameplay ist Gamern sehr wichtig. PtW stört diese Balance massiv, da zahlende Spieler einfach stärker sind. Das macht das Spielen für alle anderen weniger spaßig.
Suchtgefahr: PtW-Systeme können psychologischen Druck erzeugen, Geld auszugeben, um mithalten zu können. Das kann gerade für junge Spieler gefährlich sein und in eine Sucht abrutschen.
Gier der Entwickler: Viele Spieler sehen PtW als greedy (gierig) von den Entwicklern an. Sie unterstellen ihnen, dass es nur ums schnelle Geldverdienen geht und nicht um ein qualitativ hochwertiges Spielerlebnis.
Die Kritik äußert sich in Online-Foren, sozialen Medien und Gaming-Reviews. Oft kommt es auch zu Boykotten von Spielen mit einem besonders aggressiven PtW-Modell.
Activision
Kritik an Activision und Call of Duty
In den letzten Teilen von Call of Duty und dem Free-to-Play-Ableger Warzone 2.0 häufen sich die Kritikpunkte der Spieler bezüglich Pay-to-Win-Inhalten gegenüber Activision. Hier die Details:

P2W in COD: Warzone Verdansk Activision
Die Vorwürfe:
- Pay-to-Win-Bundles: Angebotene Bundles mit Waffen, Ausrüstung oder Boni sollen zahlenden Spielern klare Vorteile verschaffen. Zum Beispiel größere Rucksäcke, die mehr Ausrüstung aufnehmen können, oder spezielle Drohnen, die Gegner leichter aufspüren.
- Essentielle Ingame-Gegenstände hinter Bezahlschranken: Kritisiert wird, dass wichtige Gegenstände, die eigentlich zum Erspielen da wären, nur durch Echtgeld erworben werden können.
- Langsames Vorankommen ohne Echtgeld: Spieler berichten, dass es ohne Echtgeld-Investitionen extrem mühsam (grinden) sei, im Spiel voranzukommen und mit zahlenden Spielern mithalten zu können.
Die Folgen:
- Frustration und Unfairness: Kostenlos spielende Nutzer fühlen sich unfair benachteiligt gegenüber zahlenden Spielern. Das zerstört den Spielspaß und führt zu Frustration.
- Störung der Spielbalance: Das ausgewogene Gameplay, das Gamern so wichtig ist, wird durch PtW massiv beeinträchtigt. Zahlende Spieler dominieren aufgrund ihrer Vorteile, was für andere den Spielreiz mindert.
- Zerstörung des Spielervergnügens: Wenn der Sieg vom Geldbeutel abhängt, rückt der eigentliche Spielspaß und die Herausforderung in den Hintergrund. Das kann dazu führen, dass Spieler Call of Duty verlassen.
Die Reaktion von Activision:
- Bislang hält sich Activision bedeckt. Es gab zwar in einzelnen Fällen Anpassungen, aber keine generelle Richtungsänderung bezüglich der Monetarisierung von Call of Duty.
Bobbyboy
Bobby Kotick und die Kritik an "P2W"-Praktiken in der Gaming-Industrie

P2W in COD: Warzone Verdansk Activision
Bobby Kotick, CEO von Activision Blizzard, steht seit Jahren in der Kritik wegen der "Pay-to-Win"-Praktiken in den Spielen des Unternehmens, insbesondere in der Call of Duty-Reihe.
Vorwürfe:
- Mikrotransaktionen: Spieler können in den Spielen echtes Geld für virtuelle Güter und Vorteile ausgeben, die ihnen im Spiel einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Spielern verschaffen können, die dies nicht tun.
- Lootboxen: Spieler können zufällige virtuelle Gegenstände kaufen, ohne zu wissen, was sie erhalten. Dies wird oft mit Glücksspiel verglichen, da Spieler Geld ausgeben können, ohne die Gewissheit zu haben, etwas Wertvolles zu erhalten.
- "Pay-to-Progress": Spieler können ihre Spielfortschritte beschleunigen, indem sie echtes Geld ausgeben. Dies kann für Spieler frustrierend sein, die nicht bereit oder in der Lage sind, Geld auszugeben, da sie das Gefühl haben könnten, im Nachteil zu sein.
Koticks Position:
Kotick hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und argumentiert, dass die "Pay-to-Win"-Praktiken von Activision Blizzard fair und ethisch vertretbar seien. Er behauptet, dass diese Praktiken den Spielern die Möglichkeit geben, mehr aus den Spielen herauszuholen, und dass sie dazu beitragen, die Kosten für die Spieleentwicklung zu decken.
Kritik:
Viele Spieler und Experten halten Koticks Argumente jedoch für fragwürdig. Sie argumentieren, dass die "Pay-to-Win"-Praktiken von Activision Blizzard darauf abzielen, Spieler auszubeuten und ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie befürchten außerdem, dass diese Praktiken dazu führen, dass Spiele weniger fair und zugänglich für alle Spieler werden.
Entwicklungen:
Die Kontroverse um die "Pay-to-Win"-Praktiken von Activision Blizzard hat in den letzten Jahren zu einer Reihe von Entwicklungen geführt:
- Regierungsbehörden in einigen Ländern haben Untersuchungen zu den Praktiken des Unternehmens eingeleitet.
- Spieler haben Proteste organisiert und Boykotte gegen Activision Blizzard-Spiele aufgerufen.
- Aktivistische Investoren haben Druck auf das Unternehmen ausgeübt, seine Geschäftspraktiken zu ändern.
Zukunft:
Es ist noch unklar, wie sich die Kontroverse um die "Pay-to-Win"-Praktiken von Activision Blizzard langfristig auswirken wird. Das Unternehmen hat jedoch bereits einige Schritte unternommen, um die Bedenken der Spieler zu adressieren. Es ist möglich, dass Activision Blizzard in Zukunft sein Geschäftsmodell ändern wird, um es fairer und zugänglicher für alle Spieler zu machen.
Tipps
Was tun gegen Abzocke in der Gaming-Branche?
Videospiele können eine unterhaltsame und fesselnde Art sein, sich zu entspannen und dem Alltag zu entfliehen.

Screaming Boy: AI Art
Im Kampf gegen Pay-to-Win (PtW) Spiele gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich als Spieler Gehör zu verschaffen und etwas zu bewirken:
Stimme erheben:
- Online-Diskussionen: Beteilige dich in Foren, auf Social Media Plattformen und in Gaming-Communities an Diskussionen zum Thema PtW. Informiere andere Spieler über die Problematik und teile deine Kritik.
- Reviews schreiben: Hilf anderen Spielern, indem du negative Reviews auf Spieleplattformen schreibst, die aggressive PtW-Modelle verwenden. Erkläre in deinem Review genau, was dich stört und warum PtW unfair ist.
- Hashtags nutzen: Nutze Social Media Hashtags, um deine Kritik zu verbreiten. Beispielsweise #StopptPtW oder #Fairplay.
Alternativen suchen und unterstützen:
- Spiele ohne PtW unterstützen: Suche dir und spiele Games, die auf ein ausgewogenes Gameplay setzen und kein PtW anbieten. Zeige den Entwicklern so, dass qualitativ hochwertige Spiele ohne Abzocke erfolgreich sein können.
- Entwickler mit fairer Monetarisierung unterstützen: Unterstütze Entwickler, die faire Monetarisierungsmodelle verwenden, z.B. durch kosmetische Mikrotransaktionen.
Druck auf Entwickler ausüben:
- Boykotte: Organisiere oder beteilige dich an Boykotten von Spielen mit besonders aggressivem PtW. So können die Entwickler den finanziellen Schaden spüren und werden zum Umdenken gezwungen.
- Entwickler direkt kontaktieren: Kontaktiere die Entwickler des Spiels und teile ihnen deine Meinung zum PtW-Modell höflich mit.
- Behörden informieren: In einigen Ländern gibt es Glücksspiel-Behörden, die sich mit Lootboxen und aggressiven Mikrotransaktionen beschäftigen. Wenn du der Meinung bist, dass PtW in einem Spiel an Glücksspiel grenzt, kannst du dich an die entsprechenden Behörden wenden.
Informieren und aufklären:
- Freunde und Mitspieler informieren: Sensibiliere deine Freunde und Mitspieler für die Problematik von PtW. Erkläre ihnen, wie PtW die Spielbalance stört und den Spielspaß kaputt machen kann.
- Streamer und Youtuber unterstützen: Unterstütze Streamer und Youtuber, die sich kritisch mit PtW auseinandersetzen und für faires Gameplay einstehen.
Wichtig ist, dass du deine Stimme erhebst und dich mit anderen Spielern solidarisierst. Gemeinsam könnt ihr Druck auf die Entwickler ausüben und für fairere Spiele sorgen.
FAZIT
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass P2W-Mechanismen zwar kurzfristige finanzielle Gewinne für die Entwickler bringen können, aber auch erhebliche Risiken für die Spielerzufriedenheit, ethische Überlegungen und potenzielle behördliche Eingriffe mit sich bringen.
Entwickler sollten sich darauf konzentrieren, faire und unterhaltsame Spielerlebnisse zu schaffen und gleichzeitig alternative Monetarisierungsmodelle zu erforschen, um ihre Spiele nachhaltig zu monetarisieren. Die Spieler wiederum können sich für fairere Praktiken einsetzen, indem sie Spiele unterstützen, die bei ihren Monetarisierungsstrategien die Zufriedenheit der Spieler und Transparenz in den Vordergrund stellen.
Kommentare
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regbist
Mein persönliches Rezept für ein betrügerisches P2W-Spiel ist: endlos (oder extrem lang und repetitiv) + Monetarisierung + sehr geringer oder kein Einfluss der Spielerfähigkeiten auf das Spielergebnis + extrem kurze tatsächliche Spielzeit + exponentielle Schwierigkeits- und Preiskurven...
Das Monetarisierungssystem ist eine offensichtliche Sache...Aber ich denke, dass der Punkt des geringen Einflusses der Spielerfähigkeiten auf das Gameplay der wichtigste ist. Wenn die Spielmechanik hauptsächlich auf Wahrscheinlichkeiten aufbaut, sprechen wir von Glücksspiel und nicht von fairen Videospiele-Mechaniken, und Glücksspiele wird weltweit bereits stark reguliert. So ist z. B. der Schwellenwert für die Gewinnwahrscheinlichkeit bei Spielautomaten auf der ganzen Welt geregelt und die Automaten müssen in einem bestimmten Zeitraum überprüft werden.
Hier sind alle psychologischen Tricks versteckt... der allerwichtigste Trick ist die Belohnung - der Spieler bekommt ständig mehr und größere Belohnungen für das Erreichen ziemlich unwichtiger Ziele...
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Hungerhaben
Eine ganz abgefuckte Taktik, vorallem kleinen naiven Kindern das Taschengeld aus der Tasche zu ziehen. Kapitalismuss seine Kehrseiten.
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Sebo1998
Ich kenne mich mit P2W-Spielen nicht so gut aus. Könnten Sie mir die unethischen Praktiken erklären, die sie anwenden? Ich habe von Unternehmen gehört, die z. B. Psychologen anheuern, die ihnen helfen sollen, Entscheidungen zu treffen, die die Spieler fesseln. Ist das unethisch? Sollten Entwickler von Nicht-P2W-Spielen diese Designentscheidungen vermeiden, oder ist das nur unethisch, wenn es im Rahmen des P2W-Modells eingesetzt wird?
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CLOUD
Die meisten P2W-Spiele, die ich gesehen habe, sind es nicht einmal wert, überhaupt gespielt zu werden. Wenn es eines dieser Spiele ist, für das man bereits 50 Dollar bezahlen muss, nur um den Installer zu bekommen, dann hat man leider schon 50 Dollar verschwendet, wenn man merkt, dass man in ein mieses P2W-Spiel gelockt wurde. Andererseits passiert so eine Geldverschwendung auch bei den klassischen Bezahlmodellen immer wieder. Ich spiele immer noch auf der PS4 und der Xbox, so dass die einzige Berührung mit P2W, die ich habe, mobile Apps sind, die ich nicht einmal spiele und normalerweise nicht einmal herunterlade.
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Nobody
Nun, ich möchte Sie in einem Punkt korrigieren. Der Kapitalismus hat keine Grenzen. Menschen, die es leid sind, dass der Kapitalismus in der Gesellschaft Schaden anrichtet, setzen Grenzen für den Kapitalismus durch. Der Kapitalismus in Person würde Ihnen die Kehle aufschlitzen und Ihre Großmutter umbringen, wenn das einen Gewinnsprung bei den Quartalseinnahmen bedeutet.
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"Jetzt gibt es nur noch drei S.T.A.R.S.-Mitglieder. Captain Wesker, Barry und ich. Wir wissen nicht, wo Chris ist."
Jill Valentine
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